Dienstag, 23. Dezember 2014

Einzugsbereit

Wenn alle Planungen und Pläne in der finalen Version umgesetzt sind, alle Baumaterialien und Installationen in der richtigen Reihenfolge den richtigen Platz gefunden haben, alle Verpackungsmaterialien, Paletten und zu viel bestellten Lieferungen retourniert sind, und dann einmal aufgeräumt und grob geputzt ist, sperrt man eines Tages die Türe auf und steht nicht mehr auf der Baustelle, sondern im neuen Haus.

Das ist dann schier unglaublich. Wie mit einer Zauberbrille sieht man dann das "Wohnen" und staunt über die Realität gewordenen Räume, Lebensbereiche und Ausblicke.
Wenn es draußen windig und nieselig ist, und drinnen der Ofen behaglich knistert, kann man ungläubig milde lächelnd daran zurückdenken, dass dies einmal nur in der Vorstellung existiert hat. 
Und jetzt ist es Wirklichkeit :)

Wir sind stolz auf uns und auf das, was entstanden ist. Und dankbar für die außergewöhnlichen Teams von Leuten, die durch ihre Fachkenntnis, Ideen und Freude am Gestalten unsere Wünsche so gut umgesetzt haben. 

Ich konnte mich ...

zwischen den beiden Bildern nicht entscheiden ...

Unser Herzstück !

Und kannst dich noch erinnern, wie ...

Mit dieser Installation tragen wir zum Oberkreuzstetter "Adventfenster " bei - ähem ;-)
Auch wenn es ganz finster ist ... könnte der Stall von Bethlehem sein, oder?
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch an alle, die unseren Blog verfolgt haben, und an alle anderen auch!
See you next year :-)

Sonntag, 19. Oktober 2014

Außerhalb des Hauses

Garten kann man es noch nicht nennen, was rund ums Haus aufgerissen, umgegraben, zugeschüttet und nivelliert wird.

Was man da alles an alten Rohren und Leitungen findet, und die eigenen neuen Installationen sucht, wobei man sich doch ganz sicher war, diese mittels Foto und Messung ganz genau lokalisieren zu können ;-)

Besonders spannend ist es, wenn es regnet. Innerhalb von 10 Minuten Regen verwandelt sich der schwere Lehmboden in ein riesieges Gatschgelände. Jeder Versuch, darauf zu gehen, bringt zentimeterdicke Lehmpackeln an den Schuhsohlen, sofern man nicht sowieso bis zu den Knöcheln versinkt, und dort wo der Lehm sehr verdichtete Oberflächen hat, wird das Ganze zu einer Art Lehm-Eislaufplatz. Unmöglich mehrere Schritte ohne Ausrutschen zu tun.
Holzbretter draufegen und auf diesen gehen? Haben wir natürlich probiert. Das Ergebnis: mitsamt den Holzbrettern wie beim skateboarden talwärts sausen. Ungewollt.

Deshalb muss die Außenanlage so bald wie möglich hergerichtet werden, einen Winter überstehen wir so nicht.

Verwirrend? Eine Konstruktion für das Fundament einer Mauer.

Probe ob waagrecht: der Sturm in der Flasche zeigt's an.

Viele Steine haben wir besichtigt, um die richtigen in der richtigen Größe für unsere Mauern zu finden.

Ich hab nicht hinschauen können: ein drei-achsiger LKW fährt rückwärts in eine 3m breite Einfahrt

Durch die diversen Grabungen ist ein riesiger Erdhaufen von ca 100 m3 mitten im Hof gelegen, und wurde durch die 3 Meter Einfahrt in mehreren Fuhren abtransportiert. Natürlich hat's geregnet.

Estrich und Beton für die Mauerfundamente kamen gleichzeitig. Jeder fand einen Platz zum Abladen.

Das ist der Salbach. Gut merken wo er ist!!!

Rosa Bretter. Das ergibt sich daraus, wenn man einen Stein haargenau auf eine rosa Markierungs-Spraydose wirft, und diese dann explodiert.

Bodenschichten

Wie Zwiebelschalen sind die Bodenschichten übereinander gereiht. Eine nach der anderen, nur in dieser Abfolge möglich. Jede für sich eine ausgeklügelte Technik, und jede für sich hat eine konkrete Bestimmung. Hoffentlich wissen die einzelnen Schichten auch in ein paar Jahren noch, was sie zu tun haben.

Strom- und Wassernetz auf der Basis-Betonplatte

Da kommt eine isolierende Schüttung aus Styroporkugerln drauf

Darauf wiederum die Isoliermatten für die Fußbodenheizung

Da wird es warm durchströmen wenn es draußen stürmt und schneit

Und auf die Rohre der Fußbodenheizung kommt der Estrich
So! sieht ja schon wohnlich aus :-)

Fehlt noch der Holzfußboden und Fliesen, haben wir schon ausgesucht - wird wunderschön. Der Estrich muss halt noch ganz austrocknen ... Immer wieder geduldig sein ...


Freitag, 19. September 2014

Lehm an den Innenwänden

Der Lehmputz. Eine Welt für sich.
Ton und Lehm und Holz haben mich schon immer begeistert. Darum war ich auch sehr gespannt, wie so ein Lehmputz aufgebracht wird, sich anfühlt, riecht, und dann aussieht, wenn er fertig ist.

Ein vorab Besuch bei der Firma Sand und Lehm http://www.lehmputze.at/ hat uns über die verschiedenen Oberflächenstrukturen und Farben aufgeklärt. Und über die Menge, die benötigt wird. Es werden bei uns sage und schreibe an die neun (9) Tonnen Lehm an den Wänden haften (hoffentlich haften). Unglaublich.

Bei unserer Variante wird es einen zweimaligen Auftrag der Lehmschicht geben, einmal Grobputz, und dann nach der Trocknung der Feinputz. Der Grobputz hat Naturfarbe, der Feinputz wird teilweise auch natur bleiben, großteils aber hell eingefärbt sein.



Der Trockenlehm kam in Tonnen-BigBags, und wurde in eine Lehmputzmaschine geschaufelt, dort mit Wasser gemischt und über eine Pumpe in einem Schlauch ins Haus gepumpt. Da wurde es dann direkt an die Schilf-Wände gespritzt und gleich glatt gestrichen. 



Hier sehen wir Hannes Schedl am Werk, der kennt sich da wirklich gut aus und hat 10 Jahre Erfahrung mit Lehmputz, darauf haben wir gern zugegriffen.


Dann muss auf den feuchten Lehm ein Netzgitter aufgelegt und wieder glatt verstrichen werden. Wieder viel Schneide-Arbeit ... und das ganze passiert in Räumen wo alle Fenster abgedeckt sind und der viele feuchte Lehm ein Dampfkammer Klima macht. Wenn alle Wände eines Raumes fertig sind, ist das Abziehen der Schutzfolien am Fenster angesagt, damit diese geöffnet werden können. Ahhhh, Frischluft.


Ob ich mich jemals an diesen Fensterrahmen lässig anlehnen kann ....?


Mit unserem super Team haben wir in knapp zwei Tagen alle Innenwände grob verputzt, und für mich waren die Lehmarbeitstage die schönsten "Arbeitstage" seit langem.

Jetzt muss der Grobputz trocknen, und in knapp drei Wochen kommt der endgültige Feinputz. Dazwischn der Estrich. Es geht also voran !!

Die Schilfhütte

Schilf ?? Wieso Schilf ?
Dass wir viel Schilf brauchen, hängt mit dem Lehmputz zusammen, für den wir uns als Innenputz entschieden haben. Da müssen nämlich vorher an den Wänden Schilfmatten befestigt werden, wo sich dann der feuchte Lehm gut anhalten kann.

Das war vielleicht eine Fitzelarbeit, diese Schilfmatten montieren. Wir hätten die Innenmaße nach Schilfbreite machen sollen ;-) So aber muss das sperrige Schilf sich allen Ecken und Kanten, Öffnungen und Schrägen anpassen, tut es aber nicht, und muss deshalb ständig geschnitten werden. *hust*





Schaut aber toll aus, oder? Kurz haben wir überlegt, ob wir es nicht so lassen! Ist ja wirklich schade, so viel Arbeit, so eine schöne Struktur, und das alles wird dann zugestrichen mit Lehm.
Das Schilf trat übrigens die Reise aus dem schönen Burgenland zu uns an, die näherste Quelle dafür.

Suchbild: Wer findet den Fehler?



Tipp: in der linken Bildhälfte. Wer ihn findet, bekommt einen Schilfschnaps.


Es geht schon wieder weiter mit dem Aussuchen, diesmal Fliesen


Holzdielen haben wir schon ausgesucht, da war der erste Anbieter gleich ein guter Griff und wir werden barfuss auf wunderschön gehobelter Eiche wandeln.
Aber die Fliesen ! Diese Auswahl ! Wenigstens haben wir ein Auswahlkriterium, das die Vielfalt einschränkt: 15 cm Särke, nicht mehr und nicht weniger.

Diese hier?


Oder doch diese?


Bei diesen hat sich die Begeisterung von Peter nicht auf mich übertragen. Dafür bin ich zu konservativ und ruhebedürftig ;-)



Spaß muss sein,


sprach Peterlein, und stellt sich in die Dusche rein. Und das mitten im Baumarkt :-)



Das erste Mal Aufsperren

Bis jetzt war das Haus immer gut gelüftet, manchmal sogar zugig. Fenster und Türen fehlten, deshalb.

Die Grund-Planung der Fenster und Türen ist ja schon von unserem Baumeister Duo vorgenommen worden. Im Detail hat uns die Tischlerei Walzl in Gross-Schweinbarth geholfen, damit wir wunderschöne Holzfenster und Türen bekommen. http://www.walzl.eu/home.html

Wir haben uns über das Holz, Farbe, Quersprossen, Oberlichte, Glas, Sonnenschutz etc beraten, es gibt ganz schön Auswahl. Am längsten dauerte bei uns wohl die Auswahl der Türgriffe... Die Fertigung der Fenster und Türen erfolgte bei der Firma Bruckner im Waldviertel.

Alles ist in Rekordzeit fertig gestellt worden und die Lieferung und der Einbau erfolgte im August. Das erste Mal das eigenen Haus Aufsperren (nachdem wir vorher extra zugesperrt haben ;) war ein schönes Gefühl. Und wenn wir jetzt lüften wollen, müssen wir alle Fenster aufmachen. Eh logisch, trotzdem wars neu.



Was ist sonst im August passiert? Das Innenleben wurde vorbereitet, in Form von Strom und Wasserleitungen. Vor allem die Planung der Steckdosen und Schalter muss die Fantasie stark anregen, weil die endgültige Einrichtung ja noch nicht ganz fix ist und außerdem für etwaige Änderungen später mal auch alles bedacht und vorbereitet sein muss. 

Also haben wir x-mal durchgespielt: es ist stockfinstere Nacht, ich muss aufs Klo und drehe hier das Licht am Gang auf. Dann will ich aber rüber in dieses Zimmer, also Wechselschalter dort drüben. Jetzt betritt Florentin die fiktive Szene, kommt als pubertierender spätnachts nach Hause und will von unten das Licht im Gang aufdrehen, also Kreuzschalter. Und so weiter. Das ganze graphisch umsetzen war auch spannend, es musste ja nach unseren Gedankenspielereien gearbeitet werden. Bin schon gespannt ob wir was vergessen haben.

Ah ja, und wo ist der beste Platz für die Telefonleitung, wenn man gar kein Haustelefon will, sondern nur Internet ...?

Die Lederhose - off topic



Was mich im August am meisten beschäftigt hat, war die Jagd nach einer Lederhose für einen 6-jährigen Buam. Zuerst laaange Diskussion ob eine Kurze oder Lange, angesichts der vielen Regentage dann doch endlich die Überzeugung mütterlicherseits: lang kann man länger anziehen.

Dann die Suche: in den diversen Trachten Outlets (! des hätts früher net geb'n) waren so komische labrige Fantasie Dinger. In den "richtigen" Trachten Geschäften waren die edlen Stücke preislich ... ähm ... naja drüber. Am second hand Markt war die Größe 128 quasi gesperrt, offenbar waren alle Lederhosen in dieser Größe für den Schulbeginn im Zirbenholz-Tresor eingesperrt und gelangten nicht in den freien Handel. 

Und endlich, Freitag vor Schulbeginn, die Erlösung: ein feines Stück, in der richtigen Größe, so gut wie ungetragen, im Privatverkauf ca 15 km entfernt. Ja, man muss halt warten können. Das Hemd dazu ist von einem Kurztrip  nach Salzburg aus der Judengasse und gefällt Jääääädääääärmaaaaan :-)

Fesch war der Bau, am ersten Schultag !






Dienstag, 29. Juli 2014

Schupfen abgebaut

Der Schupfen war ganz wichtig in den letzten Monaten, als Unterstand für die verbliebenen Dinge der beiden abgerissenen Häuser, die wir als begnadete Sammler unbedingt behalten wollten.
Der Schupfen war aber undicht, eigentlich nur mehr durch eine immens wuchernde Knöterich Pflanze zusammengehalten, und ist am Wochenende von den Dölla-boys abgebaut worden, damit ein neuer Schupfen aufgebaut werden kann.
Beim Ausräumen kam unter anderem zum Vorschein:

  • unser schöner bunter Hängesessel, von Mäusen zernagt
  • diverses Geschirr, nass vom Regen, mit ersoffenen Insekten darin
  • ein gußeiserner Ofen, wo sich bei über 30 Grad niemand vorstellen konnte, warum wir den aufgehoben haben

und noch so Sachen. Vieles ist jetzt am Bauhof.


Ah, da drunter sind die Dachziegel ....


Der junge Mann hat wirklich alle Bretter abgebaut !!!




Eine der vielen netten Nachbarinnen hat uns Brombeeren in ihrem mustergültigen Obst- und Gemüsegarten pflücken lassen, das war eine willkommene Erfrischung für die Schwerarbeiter. Und der "Besuch der jungen Dame" verlief äußerst nett und brachte - man glaubt es kaum - ausschließlich positives feedback, das in echter Begeisterung gipfelte !!! Sogar weitere Besuche wurden angekündigt :-) Hach, ist das schön, wenn der Funke überspringt...



Aus folgender Perspektive haben wir aufgrund der Umleitung wegen der Straßensanierung unser Haus zum ersten Mal gesehen, und *wow* das stellt schon was dar. Es hat uns jemand gesagt: es steht da, als hätte es immer schon da gestanden. Na, das nehmen wir gleich als Kompliment, dass unser Weinviertler Haus so gut ins Weinviertel passt.
Obwohl noch keine Fenster und Türen drin sind, haben wir an diesem Wochenende das erste Mal in unserem Haus geschlafen - auf den noch nicht verbauten Dämmmatten. Ging bestens (nach Bierkonsum). Übrigens habe ich nachher erfahren, dass laut alter polnischer Weisheit ein Haus nur an einem Samstag bezogen werden darf (und eventuell auch Mittwoch, da war sich sich die Informantin nicht so sicher...), und wir haben wieder mal richtiges Gespür gehabt: unser quasi-Einzug war Samstag :-)


Dienstag, 8. Juli 2014

Eingedeckt


Wir sind eingedeckt! Mit Dachziegeln, und sonst auch :-)
Da steht's, das Haus, gedämmt und mit Dach, und sieht einfach schmuck aus!











In 2 Stunden hat das bewährte Team 4,5 Tausend Ziegel in 20 Kilo Paketen auf das Dach geschlichtet, und das bei einer Dachneigung von 45 Grad (Südseite) - das ist nur was für echte, harte Männer.
Das Dachdecken selbst - Ziegel für Ziegel einhängen -sieht vom Zuschauerrang wie Puzzlelegen aus, vor allem am Rand ist es "Fitzelarbeit", und die Dachdeckerriege darf sich trotz aller Anstrengung keinen einzigen Fehltritt erlauben, denn es geht steil und tief bergab, und das ohne Netz.
Jede Muskelfaser ist angespannt beim Balanzieren auf den Dachlatten, und ich höre nach 3 vollen Arbeitstagen mit Dachdecken und Spenglerarbeiten ab und zu ein: Ich spüre Füße nimma.

Wieder einmal: meine Hochachtung !!!! Und danke.






Auch unterm Dach hat sich viel getan, die Wände sind mit Natur gedämmt: Hanfdämmung und Holzfaserdämmung. Diese natürlichen Rohstoffe waren gut und sauber zu verarbeiten, sofern man den richtigen Elektro-Fuchsschwanz hat - den es nach eintägiger Recherche in ganz Österreich nicht lagernd gab und aus dem Fußballweltmeisternachbarland bestellt werden musste.
Und es hat wieder einmal so gut gerochen ;-) 

Wer mehr über die natürliche Dämmung wissen will: http://www.haeuser-in-wolle.at/



Im eigenen Zimmer mit Aussicht aufs Baumhaus. Cool.